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Die Zeit kommt
Projektart
Fassadenmalerei, Graffiti Kunst
Datum
August 2023
Standort
Hochbunker, Freiligrathstraße 2, Krefeld
Format
ca. 19 × 19 Meter
Der Hochbunker an der Freiligrathstraße steht da wie ein stummer Riese. Ein massiver Betonblock aus Kriegszeiten, von weitem sichtbar – aber lange ohne eigene Erzählung. Im Rahmen des Urban-Art-Projekts „Kr. Perspektivwechsel 2023“ sollte genau das geändert werden. Aus dem grauen „Klotz“ wurde eine urbane Projektionsfläche, die nicht nur Vergangenheit markiert, sondern Gegenwart und Zukunft sichtbar macht.
Schon in der Vorbereitung war klar, das wird ein echtes Monster-Projekt – so wie BeNeR1 es nennt. Bevor auch nur ein Tropfen Farbe an die Wand kam, haben wir gemeinsam Motive entwickelt, Skizzen abgestimmt und die Flächen sauber aufgeteilt: Wellen, Taucher-Astronaut, Leuchtturm und Felskante. Dazu kam die technische Planung: Hubarbeitsbühne, Materialmengen, Logistik – alles musste sitzen, weil bei dieser Dimension jeder Fehler Zeit und Kraft kostet.
Der Start war direkt eine Herausforderung: Tag 1 – fast nur Regen. Aber statt auf perfektes Wetter zu warten, haben wir im Nassen die ersten groben Outlines gesetzt. Hauptsache die Proportionen stimmen – damit wir beim nächsten trockenen Zeitfenster sofort Farbe auf die Wand bringen können. Die nächsten Tage waren ein Wechselbad: Regen, Wind, dann wieder extreme Sonne. Körperlich wie mental hat die Wand uns gefordert – und genau das macht solche Projekte am Ende so besonders.
Gearbeitet wurde mit Sprühdose und Rolle auf einem sehr rauen Untergrund. Stück für Stück haben wir das Motiv in Farbschichten aufgebaut. Wasser, Felsen, Anzug, Turm, Lichtsituationen. Und wie immer, wenn mehrere Handschriften zusammenkommen, braucht es Abstimmung – und ja, auch Diskussion. Aber immer mit Humor, guter Energie und dem gemeinsamen Ziel, dass am Ende alles wie aus einem Guss wirkt.
Zum Schluss kam der Feinschliff, Reflexionen im Helm, klare Lichtkanten am Turm, Details in den Wellen. Weiche Übergänge im Wasser standen dabei bewusst im Kontrast zu den harten Kanten von Fels und Technik. Die letzten Korrekturen passieren dann nicht mehr direkt „an der Wand“, sondern aus Distanz: Kontrollblicke aus verschiedenen Blickachsen – weiter unten in der Straße, von weitem, und sogar aus der Luftperspektive. Genau dort zeigt sich, ob das Ganze wirklich funktioniert.





















