Von der Idee zur Fassade
- tubuku design
- 2. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
So entsteht ein Mural-Projekt (inkl. Kostenfaktoren & Zeitplan)


Warum dieser Beitrag?
Ein Mural wirkt oft wie Magie. Gestern graue Wand, heute Statement. Was man nicht sieht, Planung, Untergrund, Wetterfenster, Abstimmungen und ziemlich viel Handwerk.
Wenn du als Firma, Stadt, Immobilienbesitzer*in oder Projektleitung überlegst, eine Fassade gestalten zu lassen, ist das hier dein Überblick.
Wie läuft’s ab? Was braucht ihr von uns? Wovon hängen Kosten & Dauer ab? Und wie bekommt man am Ende ein Ergebnis, das nicht nur auf Fotos wirkt sondern jahrelang hält.
1) Briefing: Worum geht’s wirklich?
Bevor Farbe an die Wand kommt, klären wir die Richtung. Nicht „welche Farben magst du?“ (auch), sondern:
Ziel: Image, Orientierung, Identität, Aufwertung, Community, Markenauftritt?
Botschaft: Was soll die Wand erzählen – in einem Satz?
Stil: Realistisch, grafisch, typografisch, abstrakt, urban, clean?
Zielgruppe: Kundschaft, Mitarbeitende, Nachbarschaft, Besucher*innen?
Rahmen: Deadline, Budgetkorridor, Freigabeprozess, Ansprechpartner*innen
Unser Lieblings-Setup: ein kurzes Call/Meeting + Fotos + grobe Maße + 2–3 Referenzen (was gefällt / was nicht). Daraus wird ein Plan, der realistisch ist – und zu euch passt.
2) Location-Check: Die Wand entscheidet mit
Eine Fassade ist kein Blatt Papier. Wir checken vorab (oder vor Ort, je nach Projekt):
Untergrund: Putz, Beton, Klinker, Metall, WDVS? Tragfähig oder sandig?
Zustand: Risse, Feuchtigkeit, Algen, abblätternde Farbe?
Höhe & Zugänglichkeit: Gerüst, Hebebühne, Steiger, Sicherheitsabstände
Umfeld: Verkehr, Fußweg, Parken, Anwohner*innen, Lärmzeiten
Licht & Sichtachsen: Von wo wird die Wand gesehen? Aus welcher Distanz?
👉 Warum das wichtig ist: Ein perfekter Entwurf bringt nichts, wenn der Untergrund nicht vorbereitet ist oder die Wand aus 30 Metern nur „Matsch“ wird. Sichtbarkeit und Haltbarkeit kommen aus den Basics.
3) Entwurf: Von der Skizze zum Mockup
Jetzt wird’s kreativ – aber strukturiert.
Typischer Ablauf:
Mood & Richtung: Stil, Farbwelt, grobe Formen
Skizze(n): erste Layouts, Motive, Komposition
Mockup: Entwurf auf Foto der Fassade (realistische Wirkung)
Feedbackrunde: Anpassungen (meist 1–2 Runden sinnvoll)
Finalisierung: Farbdefinition, Details, Produktionsplanung
Wichtig: Ein Mural muss nicht „maximal voll“ sein. Oft gewinnt die Wand durch klare Formsprache, starke Kontraste und lesbare Motive.
4) Planung: Timing, Genehmigungen, Logistik
Je nach Standort braucht es Abstimmungen:
Genehmigungen: je nach Kommune / Denkmalschutz / Bebauungsrecht
Vermieter / Eigentümergemeinschaft: Freigaben und Zuständigkeiten
Gerüst/Hebebühne: Organisation, Stellfläche, Lieferzeiten
Wetterfenster: trockene Tage, Temperatur, Wind (für hohe Flächen)
Wir planen lieber so, dass es stressfrei bleibt: lieber ein solides Zeitfenster als „ein Tag Puffer und beten“.
5) Vorbereitung: Der Teil, den keiner fotografiert – der aber alles entscheidet
Hier trennt sich „sieht kurz gut aus“ von „hält wirklich“.
Je nach Wand machen wir:
Reinigung: Hochdruck / Bürsten / Entfernen von Algen & Staub
Ausbesserung: Risse, Löcher, abplatzende Stellen
Grundierung: Haftgrund / Sperrgrund / Untergrund angleichen
Abkleben & Schutz: Kanten, Fenster, Boden, angrenzende Flächen
Merksatz: 30% Vorbereitung sparen = 70% Ärger später.
6) Umsetzung: So läuft die Produktion vor Ort
Wenn alles sitzt, beginnt die eigentliche Malerei.
Ein typischer Tag auf der Baustelle:
Aufbau / Sicherheit / Material
Einmessen: Raster, Projektion oder digitale Referenzen
Flächen anlegen: Hintergrund, große Formen, Farbblöcke
Details & Highlights: Konturen, Schattierung, Typografie, Feinschliff
Zwischendoku: Fotos/Videos für euch und unsere Kanäle
Tagesabschluss: Abdecken, Sicherung, Ordnung
Je nach Motiv arbeiten wir vom Groben ins Feine – damit das Ganze aus Distanz immer schon wirkt, auch wenn Details noch fehlen.
7) Schutz & Finish: Damit die Wand lange gut bleibt
Am Ende geht’s nicht nur um „fertig“, sondern um dauerhaft.
Mögliche Finish-Optionen:
UV-Schutz / Klarlack: schützt Farbe vor Ausbleichen
Anti-Graffiti-Schutz: erleichtert Reinigung, je nach System dauerhaft oder opfernd
Matte vs. seidenglänzende Optik: je nachdem, wie “clean” oder “street” es wirken soll
Welche Versiegelung sinnvoll ist, hängt von Standort und Risiko ab (z. B. stark frequentierte Bereiche vs. Innenhof).
8) Abnahme & Doku: Übergabe, Fotos, Pflege
Nach dem letzten Pinselstrich kommt die Übergabe:
Gemeinsamer Check: Details, Kanten, Korrekturen
Abschlussdokumentation (Fotos/Video – je nach Paket)
Pflegehinweise (z. B. keine aggressiven Reiniger, Empfehlungen bei Verschmutzung)
Wenn ihr wollt, liefern wir auch Textbausteine für Presse/Website: Projektbeschreibung, Artist-Statement, technische Daten.
9) Kostenfaktoren: Wovon der Preis wirklich abhängt (ohne Ratespiel)
Wir nennen hier bewusst keine Pauschalpreise – weil jede Wand anders ist. Aber: Diese Punkte bestimmen den Aufwand ziemlich zuverlässig.
Die wichtigsten Kostenfaktoren:
Fläche (m²): logisch – mehr Wand = mehr Zeit & Material
Detailgrad: grafisch/clean ist oft schneller als hyper-detailliert
Höhe & Zugänglichkeit: Hebebühne/Gerüst, Sicherheitsauflagen, Stellfläche
Untergrund-Zustand: Vorbereitung kann easy oder aufwendig sein
Design-Phase: Anzahl Entwürfe / Feedbackrunden / Logo-Integration
Standort & Logistik: Anfahrt, Übernachtung, Park- und Ladezonen
Schutzsystem: Versiegelung, Anti-Graffiti, zusätzliche Schichten
Timing: sehr kurzfristige Deadlines erhöhen oft den organisatorischen Aufwand
Dokumentation & Zusatzleistungen: Foto/Video, Texte, Pressepaket
Ganz ehrlich: Wenn eine Wand günstig wirkt, aber Vorbereitung/Schutz „weggelassen“ werden, zahlst du später oft doppelt – nur nicht an uns, sondern an Ärger, Ausbesserung oder Neubeschichtung.
10) Zeitplan-Beispiele: Wie lange dauert ein Mural?
Natürlich hängt’s von Größe, Detailgrad und Wetter ab. Aber als Orientierung:
Klein (z. B. 10–30 m²)
Vorbereitung: 0,5–1 Tag
Umsetzung: 1–3 Tage
Mittel (z. B. 30–120 m²)
Vorbereitung: 1–2 Tage
Umsetzung: 3–8 Tage
Groß (z. B. 120–500+ m²)
Planung/Logistik/Genehmigungen: parallel, je nach Stadt
Vorbereitung: 2–5 Tage
Umsetzung: 2–4 Wochen (oder mehr)
Wetter-Real Talk: Bei Außenwänden kann ein einziger Regenblock das Timing verschieben. Deshalb planen wir mit Puffer statt Wunschdenken.
11) FAQ – die häufigsten Fragen
Braucht man eine Genehmigung?Kommt auf Ort, Gebäude und Kommune an. Wir sagen euch früh, was wahrscheinlich nötig ist, und unterstützen beim Ablauf.
Wie lange hält ein Mural?Bei guter Vorbereitung, passenden Farben und Schutzsystemen: mehrere Jahre bis deutlich länger. Der Standort (Sonne/Wetter) spielt eine große Rolle.
Kann man das Motiv später ändern?Ja – ist aber meist ein neues Projekt (Überarbeitung/Übermalung). Oft lässt sich ein Mural auch „weiterentwickeln“.
Was ist besser: Gerüst oder Hebebühne?Kommt auf Höhe, Untergrund, Stellfläche und Dauer an. Hebebühne ist flexibel, Gerüst ist bei langen Projekten oft stabiler.
Wie läuft das mit Logos & Corporate Design?Wir können Logo/CI integrieren, ohne dass es nach „Werbebanner“ aussieht – wenn man es sauber in die Gestaltung einbaut.
12) Mini-Checkliste: Diese Infos brauchen wir für ein Angebot
Wenn du uns das schickst, können wir sehr schnell seriös einschätzen:
Ort + Adresse (oder zumindest Stadtteil)
Foto(s) der Wand frontal + schräg, gern auch Umgebung
Maße: Breite/Höhe (oder grob)
Untergrund: Putz/Beton/Klinker/WDVS? Zustand?
Höhe/Zugang: Steiger möglich? Stellfläche?
Wunsch-Zeitraum / Deadline
Stilrichtung: 2–3 Referenzen (Links oder Screens)
Ziel/Message: Was soll das Mural bewirken?
Optional: Bedarf an Schutz/Versiegelung + Doku (Foto/Video)
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